Weiteres zur Parodontitis

Wann muss operiert werden?

Das gesunde Zahnfleisch umfasst die Zähne und liegt ihnen eng an. Die physiologische Taschentiefe liegt bei 2-3 mm. Durch die Parodontitis haben sich die Zahnfleischtaschen  vergrößert. Haben sich nun die Zahnfleischtaschen auch nach der Parodontitis-Vorbehandlung und der daran anschließenden Initialbehandlung diesen Werten nicht angenähert, so ist häufig eine chirurgische Therapie nötig. Es ist heute erwiesen, dass bei einer verbliebenen Taschentiefe von größer 5mm die Gefahr einer Reinfektion sehr groß ist. Bei der chirurgischen Behandlung wird unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch etwas zur Seite geschoben und die Wurzeloberflächen werden unter direkter Sicht gesäubert, um möglichst jeden Bakterienschlupfwinkel zu erfassen. Ebenso ist es heute möglich mit speziellen Verfahren teilweise verlorengegangen Knochen zu regenerieren und Zähne wieder zu festigen.

Kommt es zu Schmerzen während oder nach der Behandlung?

Eine Parodontalbehandlung, sei es die Initialbehandlung oder die chirurgische Therapie wird grundsätzlich unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist daher völlig schmerzfrei. Nach operativen Eingriffen treten in manchen Fällen für 1-3 Tage leichte Beschwerden auf, welche durch Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen) gut kontrollierbar sind.

Bin ich krankgeschrieben?

Ein Arbeitsausfall ist in der Regel nicht zu erwarten. Nur in einigen Ausnahmefällen, wenn Sie eventuell schwer körperlich arbeiten müssen, ist je nach Umfang der geplanten Therapie, über eine Krankschreibung nachzudenken. Sinnvoll ist es nach einem chirurgischen Eingriff das Operationsfeld zu kühlen um Schwellungen vorzubeugen und damit Folgebeschwerden zu vermeiden.

Wie hoch sind die Kosten einer parodontologischen Behandlung?

Zahnerhaltende Maßnahmen, wie die Parodontalbehandlung, werden in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt und von den Privatversicherungen bezahlt. Je nach  Art der gewählten Therapie können allerdings Zusatzkosten anfallen, welche im einzelnen mit Ihnen besprochen werden müssen. Wir halten es jedoch für unsere Pflicht, Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten einer Behandlung anzubieten und zu erläutern, damit Sie eigenverantwortlich über Ihre Zahngesundheit bestimmen können. Modern hochspezialisierte, mikrochirurgische Techniken beim Regenerationsverfahren oder der Wurzeldeckung bedeuten sowohl vom Zeitaufwand als auch von den eingesetzten Materialien eine Zuzahlung. Dennoch ist der Erhalt Ihrer eigenen Zähne kostengünstiger und ganz einfach besser als Zahnersatz. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und anderen Erkrankungen? Das die Parodontitis eine Erkrankung ist, die nur Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat hat, kann heute mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Entzündung in der Mundhöhle bewirkt, dass Bakterien über die Blutbahn in den ganzen Körper gelangen. Somit kann eine Parodontitis Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Es ist seit langem bekannt, dass Erkrankungen wie Diabetes oder Leukämie Einfluss auf den Verlauf der Parodontitis haben. Im Umkehrschluss beeinflusst die Parodontitiden  den Verlauf von systematischen Erkrankungen. Neueste Studien haben gezeigt, dass Patienten mit unbehandelter Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfall haben. Ebenso wurde gezeigt, dass die Einstellung der Blutzuckerwerte bei Diabetespatienten beim Vorliegen einer Parodontitis erschwert ist. Wenn Sie unter Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes leiden, sollten Sie besonderen Wert auf Ihre Mundgesundheit legen, um möglichen negativen Wechselwirkungen vorzubeugen. Darüber hinaus sind Einflüsse auf den Verlauf von Schwangerschaften nachgewiesen. Das Vorliegen einer Parodontitis kann in seltenen Fällen zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Auch ein niedriges Geburtsgewicht kann die Auswirkung einer unbehandelten Parodontitis sein.

Müssen freiliegende Zahnhälse (Rezessionen) behandelt werden?

Als Rezession bezeichnet man den Zahnfleischrückgang mit der Folge freiliegender Wurzeloberflächen. Die Ursache solcher Rezessionen ist in den meisten Fällen der falsche Gebrauch harter Zahnbürsten (horizontales Schrubben). Häufig reagieren diese freiliegenden Zahnhälse mit einer starken Temperaturempfindlichkeit. Neben einer erhöhten Kariesanfälligkeit, stellen die Rezessionen häufig auch ein kosmetisches Problem dar. Aus diesen Gründen ist die Behandlung einer Rezession ratsam und sinnvoll, um den Zahn langfristig gesund zu erhalten.